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Fotografier-Pause beim Dreschen.

Die Dreschmaschine gehörte einem Privatmann, der sie mit seinem Traktor nach der Ernte im Dorf von Haus zu Haus zog. Wie man sieht, wurden eine ganze Anzahl von Leuten für diese schwere Arbeit gebraucht. Nachbarschaftshilfe war angesagt. Das in Garben gebundene Getreide musste aus der Scheune von Hand mit Gabeln in einer Staffette oben auf die Maschine gebracht werden. Der Nachschub sollte möglichst nicht abreißen, damit keine teuere Maschinenzeit vergeudet wurde. Oben wurden die Garben aufgeschnitten und das Getreide in die Einfüllöffnung eingelegt. Das war die verantwortungsvollste Tätigkeit bei diesem Geschäft. Wurde zu schnell eingefüllt, dann würgte man die Maschine ab und alles kam zum Stillstand, bis der fluchende Maschinenbesitzer den Stau beseitigt hatte. An einem Ende der Dreschmaschine wurde das Stroh ausgeworfen, das umgehend wieder in die Scheune gebracht werden musste. Am anderen Ende war die Vorrichtung zum Abfüllen der Körner in Säcke. Die waren auf den Dachboden des Hauses zu schleppen, bei etwa 50kg Gewicht eine Arbeit für starke Männer. An der Seite wurden Spelzen und kleingebrochene Halmestückchen ausgeblasen (Koov). Auch das war kein Abfall, sondern wurde in einem Verschlag aufgehoben und über Winter mit geschnitzelten Rüben vermischt an das Vieh verfüttert. Die ganze staubige Drescherei ging üblicherweise nicht ohne Schnaps.

Foto von Lehrer Seitz (~1927), überliefert von Lehrer Heinz Schmitz, digitalisiert von Herbert Michels.